Ausbildung oder Studium über zehn Jahre gerechnet
Aktualisiert am 28. September 2026, Datenstand BIBB-Erhebung 2025.

Das Wichtigste in Kürze
Über zehn Jahre gerechnet bringt eine duale Ausbildung mit anschließender Vollzeitstelle nach den Durchschnittswerten von BIBB und Statistischem Bundesamt rund 390.024 Euro brutto, ein Bachelorstudium mit sechseinhalb Berufsjahren rund 412.542 Euro, Bachelor plus Master mit fünf Berufsjahren rund 421.140 Euro. Die Ausbildung liegt in den ersten Jahren vorn, das Studium holt nach dem Abschluss auf. Welcher Weg nach zehn Jahren führt, entscheidet sich mit dem gewählten Beruf, nicht mit der Abschlussart.
Wer eine Ausbildung beginnt, verdient von Anfang an. Wer studiert, verdient in den meisten Fällen nichts oder nur wenig nebenbei, zahlt teils Studiengebühren und beginnt das Vollzeitgehalt erst nach dem Abschluss, oft mit Anfang bis Mitte zwanzig.
Die Frage, welcher Weg sich finanziell lohnt, wird meist mit dem Endgehalt beantwortet. Das ist die halbe Rechnung. Die andere Hälfte sind die Jahre, in denen die eine Gruppe Vergütung bekommt und die andere Studienkosten trägt. Beides zusammen ergibt erst über einen längeren Zeitraum ein Bild, und zehn Jahre sind dafür ein brauchbarer Rahmen: lang genug, dass beide Wege im Beruf angekommen sind, kurz genug, dass die Annahmen nicht ins Spekulative kippen.
Was in den drei Ausbildungsjahren zusammenkommt
In drei Jahren dualer Ausbildung kommen beim Tarifdurchschnitt 2025 von 1.209 Euro im Monat 43.524 Euro brutto zusammen. Der Betrag ist ein Durchschnitt über alle erfassten Berufe und Ausbildungsjahre; je nach Beruf reicht die Spanne von 26.436 Euro bis 57.888 Euro über die gesamte Ausbildungszeit.
Dazu kommen Leistungen, die ein Student nicht bekommt: Der Betrieb zahlt Beiträge zur Rentenversicherung, die drei Ausbildungsjahre zählen später als Beitragszeit, und die Arbeitslosenversicherung sichert die Zeit nach der Prüfung ab. Netto bleiben vom Bruttobetrag als Faustregel rund 79 Prozent übrig, weil in den meisten Ausbildungsberufen keine Lohnsteuer anfällt.
Hinweis
Ein Studium kostet nicht nur entgangene Vergütung. Der Semesterbeitrag liegt je nach Hochschule bei einigen hundert Euro, Lebenshaltung und Miete kommen dazu. Das BAföG, die staatliche Förderung für Studierende und Schüler, deckt bis zu 992 Euro im Monat, zur Hälfte als zinsloses Darlehen, und nur bei entsprechendem Elterneinkommen.
Was über zehn Jahre zusammenkommt
Eine Ausbildung mit anschließender Berufstätigkeit erzeugt über zehn Jahre gerechnet die Ausbildungsvergütung plus mehrere Jahre reguläres Gehalt. Ein Studium erzeugt in derselben Zeit meist nur wenige Jahre Vollzeitgehalt, dafür potenziell ein höheres Einstiegsgehalt nach dem Abschluss. Welcher Weg nach zehn Jahren vorn liegt, hängt stark vom gewählten Beruf beziehungsweise Studienfach ab.
Die Modellrechnung setzt für jeden Weg den amtlichen Durchschnitt ein: für die Ausbildungsjahre den BIBB-Tarifdurchschnitt 2025, für die Berufsjahre den Bruttomonatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten nach höchstem Abschluss aus der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamts vom April 2025. Studienjahre gehen mit null Einkommen ein, Gehaltssteigerungen und Sonderzahlungen bleiben außen vor. Nach zehn Jahren reicht die Spanne von rund 390.024 Euro bei der Ausbildung über rund 412.542 Euro beim Bachelor bis rund 421.140 Euro bei Bachelor und Master.
| Weg | Jahre in Ausbildung oder Studium | Vergütung in dieser Zeit | Berufsjahre bis Jahr 10 | Monatsverdienst danach | Summe nach 10 Jahren |
|---|---|---|---|---|---|
| Duale Ausbildung, danach Fachkraft | 3 | 43.524 Euro | 7 | 4.125 Euro | 390.024 Euro |
| Bachelor, danach Berufseinstieg | 3,5 | keine | 6,5 | 5.289 Euro | 412.542 Euro |
| Bachelor und Master, danach Berufseinstieg | 5 | keine | 5 | 7.019 Euro | 421.140 Euro |
Eigene Modellrechnung. Ausbildungsvergütung: BIBB-Tarifdurchschnitt 2025. Monatsverdienste: Statistisches Bundesamt, Vollzeit, April 2025, Durchschnitt über alle Berufsjahre. Bruttobeträge ohne Steigerungen und Sonderzahlungen; Studienjahre ohne Einkommen.
Der Bachelorweg liegt in diesem Modell nach zehn Jahren um 22.518 Euro vor der Ausbildung, der Masterweg um 31.116 Euro. Das klingt eindeutig, ist es aber nicht, denn das Modell setzt für die Akademiker den Durchschnitt aller Berufsjahre an, während Berufseinsteiger in den ersten Jahren deutlich darunter liegen. Für die Fachkraft mit Ausbildung gilt dasselbe, nur fällt es bei niedrigeren Beträgen weniger ins Gewicht.
- Einstieg statt Durchschnitt: Wer nach dem Abschluss mit 70 Prozent des Durchschnitts startet, verschiebt den Zeitpunkt, an dem das Studium die Ausbildung einholt, um mehrere Jahre nach hinten.
- Studienabbruch: Nach dem DZHW brachen 28 Prozent der Bachelorstudierenden der Anfängerjahrgänge 2016 und 2017 ihr Studium ab. Für sie gilt die Rechnung nicht, sie beginnen nach zwei oder drei Jahren neu.
- Studiendauer: Dreieinhalb Jahre Bachelor und fünf Jahre bis zum Master sind Annahmen. Jedes zusätzliche Semester kostet im Modell ein halbes Jahresgehalt.
- Der Beruf schlägt den Abschluss: Ein Bachelor in einem schlecht bezahlten Fach liegt unter einer Fachkraft in der Industrie. Der Durchschnitt mit Ausbildung von 4.125 Euro verdeckt eine Spanne von 2.470 Euro für Friseure bis 4.179 Euro für Werkzeugmechaniker.
Der gewählte Beruf entscheidet, nicht die Abschlussart
Ein hochbezahlter Ausbildungsberuf mit guten Aufstiegschancen kann über zehn Jahre mehr einbringen als ein Studium mit langer Regelstudienzeit und moderatem Einstiegsgehalt, und umgekehrt. Der Vergütungsrechner liefert die Ausbildungsseite dieser Rechnung mit echten Zahlen für den eigenen Beruf.
Was das Modell außerdem nicht abbildet, ist der Weg nach der Ausbildung. Wer nach der Prüfung Meister, Techniker oder Fachwirt macht, kam im April 2025 nach dem Statistischen Bundesamt auf durchschnittlich 5.405 Euro im Monat, mehr als der Bachelorwert von 5.289 Euro. Diese Weiterbildung dauert meist ein bis zwei Jahre, oft berufsbegleitend, und das Aufstiegs-BAföG, die staatliche Förderung für berufliche Aufstiegsfortbildungen, fördert sie. Rechnet man sie in den Ausbildungsweg ein, rückt er im Modell nahe an den Master heran.
Nach dem Bruttomonatsverdienst im April 2025 reicht die Spanne nach Abschluss von 3.432 Euro ohne Berufsabschluss bis 7.019 Euro mit Master oder Diplom, mit Ausbildung, Meister- und Bachelorwerten dazwischen.
| Höchster Abschluss | Bruttomonatsverdienst Vollzeit, April 2025 | Typische Dauer bis zum Abschluss |
|---|---|---|
| ohne Berufsabschluss | 3.432 Euro | - |
| duale Ausbildung | 4.125 Euro | 2 bis 3,5 Jahre, bezahlt |
| Bachelor | 5.289 Euro | 3 bis 4 Jahre, unbezahlt |
| Meister, Techniker, Fachwirt | 5.405 Euro | Ausbildung plus 1 bis 2 Jahre |
| Master, Diplom | 7.019 Euro | 5 bis 6 Jahre, unbezahlt |
Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 103 vom 25. März 2026. Dauer nach Ausbildungsordnungen und Regelstudienzeiten, ohne Verlängerungen.
Was beide Wege an Absicherung mitbringen
Geld ist nicht der einzige Unterschied zwischen den zehn Jahren. Wer eine Ausbildung macht, ist vom ersten Tag an renten-, kranken- und arbeitslosenversichert; nach der Prüfung besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld, falls die Übernahme ausbleibt, und die Übernahme selbst gelang 2025 nach dem IAB-Betriebspanel drei Vierteln der Auszubildenden. Wie sie vorbereitet wird, steht im Artikel Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung.
Studierende sind über die studentische Krankenversicherung abgesichert, zahlen aber keine Rentenbeiträge und haben nach dem Abschluss keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das Kindergeld läuft in beiden Fällen bis zum 25. Geburtstag weiter, wie der Artikel Berufsausbildungsbeihilfe und Kindergeld beschreibt. Und das BAföG muss zur Hälfte zurückgezahlt werden, in Raten ab dem fünften Jahr nach dem Ende der Förderungshöchstdauer. Wer die Abbruchquote von 28 Prozent im Bachelor einbezieht, sieht: Die Ausbildung ist der Weg mit dem sichereren Ergebnis, das Studium der mit der größeren Spanne nach oben und nach unten.
Das duale Studium als dritter Weg
Zwischen Ausbildung und Studium liegt das duale Studium: ein Bachelor mit festem Praxispartner, der eine Vergütung zahlt. Viele dieser Programme kombinieren den Hochschulabschluss mit einer regulären Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK), derselben Stelle, die auch normale Ausbildungsverträge prüft, so dass am Ende beide Abschlüsse vorliegen. Die Vergütung orientiert sich häufig an den Ausbildungstarifen des Betriebs, in der Stellendatenbank der Bundesagentur für Arbeit stehen duale Studienplätze in derselben Kategorie wie Ausbildungsstellen.
Der Preis ist die Belastung: Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Betrieb wechseln sich ab, die Semesterferien fallen weitgehend weg. Wer beides schafft, hat nach drei bis vier Jahren einen Bachelor, Berufserfahrung und oft eine Übernahmezusage, und hat in dieser Zeit verdient statt gezahlt.
Tipp
Duale Studiengänge mit integrierter Ausbildung tauchen in der BIBB-Erhebung unter dem jeweiligen Ausbildungsberuf auf. Der Tarifwert der Berufsseite ist deshalb ein guter Anhaltspunkt für die Vergütung, die ein Betrieb während des Studiums zahlt.
Wie sich die eigene Rechnung in 5 Schritten aufstellen lässt
Die Durchschnitte oben ersetzen keine eigene Rechnung. Mit dem eigenen Wunschberuf und dem Studienfach, das dazu passt, dauert sie eine halbe Stunde.
- 1
Ausbildungsberuf und Gesamtsumme bestimmen
Den eigenen Wunschberuf aufrufen und die Gesamtsumme über die Ausbildungszeit aus dem Vergütungsrechner notieren. Das ist der Startvorsprung der Ausbildung.
- 2
Verdienst nach der Ausbildung schätzen
Den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für den Beruf aufrufen und das mittlere Entgelt der Altersgruppe unter 25 nehmen, nicht den Gesamtdurchschnitt. Mit den Berufsjahren bis Jahr zehn multiplizieren.
- 3
Studienfach und Dauer festlegen
Regelstudienzeit plus ein Semester ist eine realistische Annahme. Die Studienkosten je Semester und die Miete am Studienort dazurechnen, das BAföG oder den Nebenjob gegenrechnen.
- 4
Einstiegsgehalt des Studienabschlusses schätzen
Auch hier den Entgeltatlas oder Absolventenbefragungen des Studienfachs nutzen, nicht den Durchschnitt aller Akademiker. Ein Fach mit 3.500 Euro Einstieg liegt unter vielen Industrieberufen mit Ausbildung.
- 5
Beide Wege bis Jahr zehn aufsummieren
Vergütung oder Kosten in den Lernjahren plus Gehalt in den Berufsjahren. Liegt der Unterschied unter zehn Prozent, entscheiden andere Dinge: Interesse, Aufstiegswege, Arbeitsmarkt der Region.
- Ausbildungsvergütung, Tarifdurchschnitt 2025: 1.209 Euro im Monat, über drei Jahre 43.524 Euro.
- Verdienst mit Ausbildung: 4.125 Euro, mit Bachelor: 5.289 Euro, mit Master: 7.019 Euro im Monat, Vollzeit, April 2025.
- Studienabbruch im Bachelor: 28 Prozent, DZHW, Absolventenjahrgang 2020.
Merke
Nach zehn Jahren liegen die drei Wege im Durchschnitt näher beieinander, als das Endgehalt vermuten lässt. Die Ausbildung gewinnt die ersten Jahre, das Studium die späteren, und der konkrete Beruf entscheidet, wann sich die Kurven kreuzen.
Häufige Fragen
Was bringt eine Ausbildung über zehn Jahre gerechnet im Vergleich zum Studium?
Nach einer Modellrechnung mit dem BIBB-Tarifdurchschnitt 2025 und den Durchschnittsverdiensten des Statistischen Bundesamts bringt eine duale Ausbildung mit sieben Berufsjahren rund 390.024 Euro brutto in zehn Jahren, ein Bachelorstudium mit sechseinhalb Berufsjahren rund 412.542 Euro, Bachelor und Master mit fünf Berufsjahren rund 421.140 Euro. Die Rechnung nutzt Durchschnitte über alle Berufsjahre; Berufseinsteiger liegen darunter, deshalb ist der Abstand in der Praxis kleiner.
Wie viel verdient man mit Ausbildung im Vergleich zu einem Bachelor?
Vollzeitbeschäftigte mit anerkannter Berufsausbildung verdienten im April 2025 nach dem Statistischen Bundesamt im Durchschnitt 4.125 Euro brutto im Monat, Beschäftigte mit Bachelor 5.289 Euro. Mit Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss lag der Durchschnitt bei 5.405 Euro, also über dem Bachelorwert.
Wie viele Studierende brechen ihr Bachelorstudium ab?
Nach der Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zum Absolventenjahrgang 2020 haben 28 Prozent der deutschen Bachelorstudierenden der Anfängerjahrgänge 2016 und 2017 ihr Studium abgebrochen, im Masterstudium 21 Prozent des Anfängerjahrgangs 2018.
Wird eine Ausbildungsvergütung auf das BAföG angerechnet, wenn ich später studiere?
Eine frühere Ausbildungsvergütung wird beim BAföG für ein späteres Studium nicht angerechnet, weil das BAföG das Einkommen im Bewilligungszeitraum betrachtet. Angerechnet werden eigenes Einkommen und Vermögen während des Studiums sowie das Einkommen der Eltern; wer nach der Ausbildung mindestens drei Jahre gearbeitet hat, kann elternunabhängig gefördert werden.
Was ist ein duales Studium und was bringt es finanziell?
Ein duales Studium ist ein Bachelorstudium mit festem Praxispartner, der während des Studiums eine Vergütung zahlt, oft in Höhe der Ausbildungstarife des Betriebs. Viele Programme enden mit Bachelor und IHK-Abschluss zugleich. Finanziell verbindet es die bezahlten Lernjahre der Ausbildung mit dem Hochschulabschluss, verlangt dafür aber Theorie- und Praxisphasen ohne lange Semesterferien.
Weiterführende Seiten
Quellen
- Verdienste in vielen Ausbildungsberufen im Handwerk unter dem Durchschnitt, Pressemitteilung Nr. 103, Statistisches Bundesamt, 25. März 2026, abgerufen am 18. September 2026
- Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025: Zweiter Rekordanstieg in Folge, Pressemitteilung 06/2026, Bundesinstitut für Berufsbildung, 5. Februar 2026, abgerufen am 18. September 2026
- Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland, Presseinformation, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, 17. August 2022, abgerufen am 18. September 2026
- § 13 BAföG, Bedarf für Studierende und Auszubildende, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 18. September 2026
- BAföG-Höchstsatz: Wie viel BAföG gibt es 2026/2027?, Studis Online, abgerufen am 18. September 2026
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