Tarifbindung
42 %
Beschäftigte in Betrieben mit Branchentarif 2025
75 %
Westdeutsche Betriebe ohne Tarif
20 %
Höchstens unter Branchentarif ohne Bindung
102
Berufe mit Ost- und Westwert
Was Tarifbindung für die Ausbildungsvergütung bedeutet
Tarifgebunden ist ein Betrieb, wenn er Mitglied im Arbeitgeberverband ist, der den Tarifvertrag geschlossen hat, wenn er selbst einen Haustarifvertrag abgeschlossen hat oder wenn der Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt wurde. Nach dem IAB-Betriebspanel arbeiteten 2025 rund 42 Prozent der Beschäftigten in Betrieben mit Branchentarifvertrag; drei Viertel der westdeutschen Betriebe haben keinen Tarifvertrag. Für Auszubildende entscheidet die Tarifbindung über die Höhe der Vergütung stärker als der Beruf.
Ein Beispiel aus der Praxis
Zwei Autohäuser in derselben Stadt bilden Kfz-Mechatroniker aus. Das eine ist Mitglied im Kfz-Verband und zahlt den Innungstarif, das andere ist ausgetreten und zahlt 15 Prozent weniger, was das Gesetz ihm erlaubt. Der Ausbildungsvertrag muss nach § 11 BBiG auf den geltenden Tarifvertrag hinweisen, deshalb lässt sich die Bindung dort ablesen.
Wo Tarifbindung geregelt ist
§§ 3 und 5 Tarifvertragsgesetz; § 11 Abs. 1 Nr. 9 BBiG (Hinweis im Ausbildungsvertrag).
4 verwandte Begriffe
- Tarifvertrag: Eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband oder einzelnem Arbeitgeber, die unter anderem die Ausbildungsvergütung für eine Branche oder Region regelt.
- Tarifliche Vergütung: Die Ausbildungsvergütung, die in einem Tarifvertrag festgelegt ist, also in einer Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberseite. Sie liegt in aller Regel über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung.
- Mindestausbildungsvergütung: Die gesetzliche Untergrenze der Ausbildungsvergütung nach Paragraf 17 Berufsbildungsgesetz, für Auszubildende in Betrieben ohne Tarifbindung, also ohne eigenen Tarifvertrag für die Ausbildung. Sie steigt jährlich zum 1. Januar.
- Ausbildungsvertrag: Der schriftliche Vertrag zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildendem, der Ausbildungsberuf, Dauer, Vergütung und Pflichten beider Seiten festlegt. Im Einzelfall entscheidet er, nicht ein tariflicher Durchschnitt.
Häufige Fragen zu Tarifbindung
Was bedeutet Tarifbindung?
Die Verpflichtung eines Betriebs, einen bestimmten Tarifvertrag (eine Vereinbarung zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberseite) anzuwenden, meist durch Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband oder durch eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung, eine staatliche Anordnung, die den Tarifvertrag für eine ganze Branche verbindlich macht, auch für Betriebe ohne Verbandsmitgliedschaft. Tarifgebundene Betriebe zahlen meist die tarifliche Vergütung, die über der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung liegt.
Wo ist Tarifbindung geregelt?
Tarifbindung: §§ 3 und 5 Tarifvertragsgesetz; § 11 Abs. 1 Nr. 9 BBiG (Hinweis im Ausbildungsvertrag).
Was heißt Tarifbindung in der Praxis?
Zwei Autohäuser in derselben Stadt bilden Kfz-Mechatroniker aus. Das eine ist Mitglied im Kfz-Verband und zahlt den Innungstarif, das andere ist ausgetreten und zahlt 15 Prozent weniger, was das Gesetz ihm erlaubt. Der Ausbildungsvertrag muss nach § 11 BBiG auf den geltenden Tarifvertrag hinweisen, deshalb lässt sich die Bindung dort ablesen.