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6 Ausbildungsbereiche im Vergleich

Das Bundesinstitut für Berufsbildung unterscheidet sechs Ausbildungsbereiche nach der zuständigen Stelle. Sie unterscheiden sich deutlich in der Vergütung: Öffentlicher Dienst zahlt im Durchschnitt 1.323 Euro, Freie Berufe 1.040 Euro, ein Abstand von 27 Prozent, Stand Erhebung 2025.

Die 6 Bereiche in Zahlen

Der Durchschnitt über alle Lehrjahre der Berufe mit Tarifwert; der Tarifdurchschnitt über alle Berufe liegt 2025 bei 1.209 Euro. Die Spalte mit den Berufen zählt alle anerkannten Ausbildungsberufe des Bereichs, auch die ohne tariflichen Wert.

AusbildungsbereichBerufeMit TarifwertDurchschnittHöchster BerufNiedrigster Beruf
Öffentlicher Dienst12121.323 EuroUmwelttechnologe/-technologin für Abwasserbewirtschaftung (1.339 Euro)Justizfachangestellte/-r (1.296 Euro)
Hauswirtschaft111.295 EuroHauswirtschafter (1.295 Euro)Hauswirtschafter (1.295 Euro)
Industrie und Handel1391001.242 EuroKaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzanlagen (1.405 Euro)Friseur (727 Euro)
Landwirtschaft1281.195 EuroMilchtechnologe/-technologin (1.467 Euro)Fachkraft Agrarservice (982 Euro)
Handwerk168361.121 EuroZimmerer/Zimmerin (1.353 Euro)Raumausstatter (922 Euro)
Freie Berufe941.040 EuroMedizinische/-r Fachangestellte/-r (1.117 Euro)Pharmazeutisch-kaufmännische/-r Angestellte/-r (918 Euro)

Was ein Ausbildungsbereich ist und wer ihn festlegt

Der Bereich folgt der Zuständigkeit. Das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung bestimmen, welche Stelle einen Ausbildungsvertrag einträgt, die Ausbildung überwacht und die Prüfung abnimmt: die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Berufskammern der freien Berufe, die Landwirtschaftskammern oder die Behörden des öffentlichen Dienstes. Das BIBB fasst seine Erhebung nach genau dieser Einteilung zusammen, deshalb gibt es Durchschnitte je Bereich, aber keine je Branche.

  • Öffentlicher Dienst: Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen, Sozialversicherungsträger und Justiz. Die Vergütung steht im Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD beziehungsweise TVA-L), bundesweit fast einheitlich.
  • Hauswirtschaft: Hauswirtschaft in Privathaushalten, Heimen, Kliniken und Tagungshäusern. Ein einzelner Ausbildungsberuf mit eigenem Bereich, weil er nach eigener Ausbildungsordnung außerhalb der Kammern der anderen Bereiche geführt wird.
  • Industrie und Handel: Industrie, Handel, Banken, Versicherungen, Verkehr, Gastgewerbe und IT: der größte Ausbildungsbereich. Rechtsgrundlage ist das Berufsbildungsgesetz, die Prüfung nimmt die Industrie- und Handelskammer ab.
  • Landwirtschaft: Land-, Forst-, Garten- und Tierwirtschaft, Milch- und Weinwirtschaft. Ausgebildet wird auf Höfen und in Betrieben der grünen Berufe, zuständig sind die Landwirtschaftskammern oder die Landesbehörden.
  • Handwerk: Die Gewerke der Handwerksordnung, vom Bäcker bis zum Zimmerer, ausgebildet in meist kleinen Betrieben. Die Abschlussprüfung heißt Gesellenprüfung und wird von der Handwerkskammer abgenommen.
  • Freie Berufe: Praxen und Kanzleien von Ärzten, Zahnärzten, Tierärzten, Apothekern, Rechtsanwälten, Notaren und Steuerberatern. Zuständig sind die jeweiligen Berufskammern, die Tarifverträge schließen die Kammern oder Verbände mit den Gewerkschaften.

Warum die Bereiche so verschieden zahlen

Der Abstand zwischen Öffentlicher Dienst und Freie Berufe entsteht aus der Tarifstruktur, nicht aus der Arbeit. Im öffentlichen Dienst gilt ein einziger Tarifvertrag für fast alle Auszubildenden, in Industrie und Handel dominieren große, tarifgebundene Betriebe mit Flächentarifen. Im Handwerk verhandeln Dutzende Innungsverbände je Gewerk und Region, und viele Betriebe sind klein und nicht tarifgebunden. Für die Erhebung zählt nur der Tarif, deshalb bildet der Durchschnitt das Niveau der Tarifverträge ab, nicht das aller Betriebe.

Derselbe Beruf kann in zwei Bereichen liegen und dort verschieden bezahlt werden, etwa der Kraftfahrzeugmechatroniker im Autohaus (Handwerk) und im Werk (Industrie). Was das für die Wahl des Ausbildungsplatzes bedeutet, steht im Ratgeber Wie die Tarifbindung die Ausbildungsvergütung bestimmt.

Häufige Fragen zu den Ausbildungsbereichen

Welcher Ausbildungsbereich zahlt die höchste Ausbildungsvergütung?

Öffentlicher Dienst zahlt mit 1.323 Euro im Durchschnitt aller Lehrjahre am meisten, Freie Berufe mit 1.040 Euro am wenigsten. Der Abstand beträgt 27 Prozent, Stand BIBB-Erhebung 2025.

Was ist ein Ausbildungsbereich?

Ein Ausbildungsbereich ist die Zuständigkeitsebene des Berufsbildungsgesetzes: Er bestimmt, welche Stelle den Ausbildungsvertrag einträgt und die Prüfung abnimmt, etwa die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer. Das Bundesinstitut für Berufsbildung wertet die Vergütungen nach diesen sechs Bereichen aus. Berufsfelder nach Tätigkeit sind eine andere, redaktionelle Einteilung.

Kann derselbe Beruf in zwei Ausbildungsbereichen ausgebildet werden?

Ja, einige Berufe wie Kraftfahrzeugmechatroniker oder Anlagenmechaniker werden sowohl im Handwerk als auch in Industrie und Handel ausgebildet, mit derselben Ausbildungsordnung, aber verschiedenen Tarifverträgen und Kammern. Die Berufsseiten zeigen in diesem Fall beide Werte.

Werte als tariflicher Durchschnitt, Quelle Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Erhebung 2025.

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